#157 Springbank 21 Jahre (2018)

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Farbe:

Gelbgold

Aroma:

Wow! Sofort wird ersichtlich, dass man den Malt sehr lange sezieren kann und peu à peu neue Aromenassoziationen gewinnen wird. Die erste Nase hat mich auf Anhieb fasziniert. Meine Erwartungen als Springbank-Liebhaber waren hoch und wurden spielend leicht übertroffen. Unzählige Aromen sind sehr dicht ineinander verwoben und kristallisieren sich während des Nosings nach und nach heraus. Geduld ist gefragt! Ich habe den Springbank mittlerweile an drei verschiedenen Tagen verkostet und stets neue Aromen identifizieren können. Ich wage eine kurze Zusammenfassung meiner Notizen: Süßer Blütenhonig, Birnen, grüne Äpfel, reife Zitrusfrüchte, Aprikosen, Ananas, Mandarinen (-käsekuchen), Bienenwachs, Datteln, Vanilleschoten, feine Kräuter, alte Bücher, Sägemehl, leicht grasige Noten, mineralische Aromen (ein Hauch Salz), brauner Zucker, ganz zarter Rauch und elegante Eichenholznoten komplettieren das facettenreiche Konglomerat. Die Nase erinnert mich mit vielen Oldschool-Noten an alte Abfüllungen aus den 60er und 70er Jahren. Ich hatte bisher zwar recht wenige Abfüllungen aus der Zeit im Glas (Springbank, Bruichladdich, Glenburgie usw.), aber irgendwie fühle ich mich spontan in eine andere Zeit versetzt. Der Alkohol (46%) ist zudem noch perfekt integriert. Großartig!

Geschmack:

Seidenweich, cremig, zeitlos elegant und vollmundig startet der Springbank am Gaumen. Die Intensität und Verwobenheit ist weiterhin auf ganz hohem Niveau. Der Alkoholgehalt von 46% ist auch im Geschmack perfekt getroffen. Ein paar wenige Pfefferkörner tänzeln für eine ganz kurze Zeit auf der Zungenspitze, ehe die vielschichtigen Aromen vollends zur Entfaltung kommen. Geschmacklich zeichnet sich ein herrliches Abbild der Nase. Ergänzend füge ich noch schwarzen Tee, Pfirsiche und angenehm maritime Noten hinzu, die nun mehr an Präsenz gewinnen und sich stärker aus dem Hintergrund befreien. Die Harmonie ist erstklassig.

Abgang:

Lang, süß-würzig und wärmend. Auch auf der Ziellinie glänzt der Springbank mit Harmonie und Eleganz. Anklänge von Rosinen, Gebäck, Vanille, salzige Karamellbonbons, grüne Äpfel, Aprikosen, Mandelsplitter, leichter Rauch, Kräuter, alte Bücher und angenehme Eichenholznoten lassen den Springbank langsam und vollmundig ausklingen. Am Gaumen verbleibt eine ganz leichte Trockenheit.

Fazit:

Der Springbank reifte mindestens 21 Jahre in zwei verschiedenen Fassarten. 30% des Malts befanden sich in First Fill Bourbonfässern, 70% in ehemaligen Rumfässern. Der Alkoholgehalt beträgt 46%, auf Farbstoff und Kältefiltration wurde – wie immer bei Springbank – verzichtet. Preislich beginnt die limitierte Abfüllung (3700 Flaschen weltweit) derzeit bei ca. 225€. Als Springbank-Liebhaber bin ich restlos begeistert. So herrliche Oldschool-Noten hatte ich schon länger nicht mehr im Glas. Ich sehe das 2018er Release des 21-jährigen geschmacklich teilweise deutlich vor den Vorgänger-Versionen. Für eine derart hohe Qualität bei einer Originalabfüllung empfinde ich den Preis als durchaus angemessen, aber das muss ohnehin jeder selbst entscheiden.

93/100

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