#154 Bladnoch 1990/2018 27 Jahre Exotic Fruit Sorbet (Wemyss Malts)

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Farbe:

Gelbgold

Aroma:

Unmittelbar nach dem Einschenken strömen betörende, sehr süße Fruchtnoten und florale Aromen aus meinem Glas. Der Alkoholgehalt (46%) ist perfekt eingebunden und ermöglicht lange Atemzüge knapp oberhalb des Glasrandes. Frisch geschnittene, tropische Früchte sind sofort dominant. Mangos, Kiwis, Aprikosen, Ananas, ein Hauch unreife Bananen und florale Noten zementieren das fruchtig-blumige Fundament. Die süßen Fruchtaromen werden von weichen Vanille/Karamell- und Blütenhonignoten ummantelt. Grüner Tee mit Jasminblüten, Kräuter und ein Anklang von Wachs folgen. Einen unglaublich schönen Kontrast bilden die feinen Eichenholznoten, welche stets wahrnehmbar sind, aber zu keiner Zeit die fruchtig-frischen Aromen in den Hintergrund drängen. Die Nase begeistert mich auf Anhieb, da diese eine sehr harmonische Symbiose aus blumigen Fruchtnoten und einer merklich langen Reifezeit von über einem Vierteljahrhundert abbildet.

Geschmack:

Wunderbar ölig, fast schon cremig-buttrig, flutet der Bladnoch meinen Gaumen. An der Zungenspitze entsteht ein zartes Prickeln (Pfeffer/Ingwer), gleichzeitig hebt sich eine schwere Süße hervor. Wieder registriere ich reichlich blumige Noten, tropische Früchte (vor allem Mango, Ananas und Papaya), viel Vanille, ein Hauch Wachs, leichte Gebäcknoten und Blütenhonig. Die eher süß-würzigen Eichenholzoten erhalten einen leicht trockenen Einschlag, wirken dabei jedoch sehr elegant und reif. Grüner Tee mit Jasminblüten, Kräuter und ein Spritzer Limettensaft runden das vielschichtige Geschmacksprofil ab. Der Alkohol ist wieder perfekt integriert, Wasser füge ich keines hinzu.

Abgang:

Lang, süß-würzig und wärmend. Zu Beginn des Finishs blitzt eine ganz zarte Pfeffrigkeit letztmalig auf, ehe sich die zuckersüßen, tropischen Früchte, Blütenhonig, ein Hauch Wachs und viel Vanille nochmals hervorheben können. Würzig-trockene Eichenholznoten, Kräuter und ein Anklang von Milchschokolade lassen den Malt besonnen ausklingen. Am Gaumen verbleibt eine leichte Trockenheit.

Fazit:

Die Faken: Der Bladnoch reifte zwischen 1990 und 2018 mindestens 27 Jahre in einem ehemaligen Bourbon Hogshead. Lediglich 186 Flaschen wurden vom unabhängigen Abfüller Wemyss Malts mit einem Alkoholgehalt von 46% abgefüllt. Auf Färbung und Kühlfilterung wurde verzichtet. Der Ausgabepreis: ca. 155€. Der über ein Vierteljahrhundert lang gereifte Malt offenbart viele interessante Facetten (z.B. eine intensive Blumigkeit, Vanille und elegante Eichenholznoten), welche ausgezeichnet mit den exotisch-süßen Fruchtnoten verschmelzen. Von diesem Bladnoch werde ich mir auf jeden Fall noch eine Flasche auf Seite stellen. Für mich stimmt bei dem „Gesamtpaket“ alles. Geschmacklich hervorragend, angemessen bepreist und zudem noch mein Jahrgangs-Whisky.  Wunderbar!

92/100

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