#142 Ardmore 2010/2018 7 Jahre (The Maltman)

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Farbe:

dunkles Kupfer, fast Kastanienbraun

Aroma:

Hut ab, was das Fass innerhalb von ca. 7,5 Jahren Lagerzeit abgegeben hat. Intensive Sherrynoten strömen unmittelbar nach dem Einschenken aus meinem Glas. Der fassstarke Alkohol (56,5%) sticht in den ersten Minuten recht ordentlich in der Nase. Ich lasse den Malt mindestens 15 bis 20 Minuten atmen und bewundere währenddessen die wundervolle Farbe, die herrlich im Sonnenlicht erstrahlt. Süße Kirschen, Himbeeren, Waldfrüchte und kräftige Tabaknoten sind dominant. Zu den fruchtig-süßen Noten gesellen sich nussige Aromen, dunkler Waldhonig, leichte Räuchernoten und erste Anzeichen von würziger Eiche. Die hintergründige Rauchnote harmoniert sehr gut mit den voluminösen Sherrynoten. Die alkoholische Note verliert nach und nach ein wenig an Intensität, ist aber ohne Verdünnen noch stets wahrnehmbar.

Geschmack:

Heftiger, stark sherrylastiger und leicht rauchiger Antritt, mit einer leidenschaftlichen Dosis von frisch gemahlenem Pfeffer. Die starke Pfeffrigkeit mündet nahezu in einen „talisker-typischen“ Chili-Catch und breitet sich wie ein leicht betäubender Schleier kurzfristig in der Mundhöhle aus. Die Textur des Ardmore ist leicht ölig. Mit ein paar Tropfen Wasser wird der junge Malt ein wenig gezähmt und das Mundgefühl wird deutlich cremiger. Die süßen Fruchtaromen gewinnen nun zunehmend an Kraft und verfeinern das Geschmackserlebnis mit schönen Karamellnoten und erwecken zudem eine Assoziation an Bratapfelkuchen. Kirschen und Himbeeren übernehmen den süßen Part, während Johannisbeeren und reichlich Grapefruits für einen säuerlichen Stich sorgen. Dunkle Schokolade, frischer Tabak und Eichenholz runden mit der schönen Rauchnote den vielschichtigen Eindruck ab.

Abgang:

Mittellang, sherrylastig, leicht rauchig und wärmend. Frisch gemahlener Pfeffer tänzelt nochmals kurzfristig auf der Zungenspitze und verursacht ein leichtes Prickeln. Auch auf der Zielgeraden dominieren die kräftigen Sherrynoten, welche noch eine sanfte Restsüße aufweisen und langsam ausklingen. Karamell, reichlich dunkle Schokolade, Tabak, ein zarter Anflug von Anis und würzige Eichenholznoten folgen. Final baut sich der leichte Rauch mit angenehmen Räucheraromen nochmals auf und sorgt für einen runden Schlusspunkt.

Fazit:

Die Fakten: Der Ardmore wurde im Juni 2010 destilliert und im Januar 2018 abgefüllt. Die über 7 Jahre andauernde Reifezeit verbrachte der Whisky in einem einzigen Sherryfass. 708 Flaschen wurden in Fassstärke (56,5%) von Meadowside Blending aus der Serie „The Maltman“ abgefüllt. Auf Färbung und Kühlfiltration wurde verzichtet. Der Ausgabepreis lag bei ca. 60-65€, welchen ich in Anbetracht des guten Gesamteindrucks noch angemessen finde. Der Ardmore wirkt zu Beginn noch ein bisschen introvertiert, ehe er geschmacklich ordentlich an den Geschmacksknospen werkelt. Er verträgt ein paar Tropfen Wasser, neigt jedoch auch (aufgrund seines jungen Alters?) zum Verwässern. Als Ardmore-Fan komme ich bei dieser Einzelfass-Abfüllung dennoch voll und ganz auf meine Kosten. Intensive Sherryaromen, gepaart mit leichtem Rauch, treffen auch oftmals meinen Geschmack.

89/100

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