#141 Laphroaig 10 Jahre Cask Strength Batch #010 (2018)

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Farbe:

dunkles Gold, nahezu Bernstein

Aroma:

Unmittelbar nach dem Einschenken strömen Unmengen an „laphroaig-typischen“ Noten aus meinem Glas. Heftiger, aschiger Rauch mit einer Tendenz zu Kohlenstaub, unermesslich viele Phenole und die volle Ladung Krankenhaus konfrontieren meine Nase. Der fassstarke Alkohol (58%) ist auf Anhieb gut eingebunden. Der dominante Rauch entwickelt eine schöne Lagerfeuernote mit süß-fruchtigen Anklängen, welche mich im Verlaufe des Nosings an zarte Sherryaromen erinnern. Auf der „Krankenhaus-Seite“ sind primär Mullbinden, Jod und Pflaster präsent. Aprikosen, Rhabarber, Vanille, salzige Karamellbonbons und erdige Aromen setzen neben dem unverkennbaren Rauch den Schwerpunkt. Im Hintergrund öffnen sich nach und nach weitere Aromen: Eichenwürze, Kiefernnadeln, Thymian sowie die klassisch maritimen Noten wie Algen, Seetang und Salz. Sogar Assoziationen von einigen verwittertern Kieselsteinen sind wahrnehmbar. Beeindruckend intensiv und facettenreich.

Geschmack:

Seidig weich und ölig benetzt der Laphroaig den gesamten Mundraum, ehe eine intensive Rauch-Explosion eintrifft. Im vorderen Bereich des Mundraumes breitet sich eine wunderbare (wärmende) Süße aus, auf der Zungenspitze prickelt es deutlich (Pfeffrigkeit/Ingwerschärfe) und am Gaumen lässt sich bereits eine kräftige Eichenwürze erahnen. Der allgegenwärtige Rauch lässt den hellen Früchten (Aprikosen & Orangen) und Karamellbonbons anfangs kaum Chancen zur vollen Entfaltung. Im Hintergrund verweilen weiterhin verschiedene Gewürze, ein Hauch süßer Pfeifentabak, dunkler Honig und maritime Noten, bei denen besonders das Salz an Aufmerksamkeit gewinnen kann. Algen, Seetang und etwas Jod versinken nahezu in der Intensität des brachialen Rauches. Die starke Eichenwürze ist stets wahrnehmbar. Mit Hilfe von einigen Tropfen Wasser intensivieren sich die hellen Fruchtnoten deutlich.

Abgang:

Sehr lang, stark rauchig und wärmend. Die süßen Aromen befreien sich nun aus dem rauchigen Mantel und gewinnen deutlich an Intensität. Vanille, Karamell, Zitronen, Orangen und weitere helle Früchte nehme ich wahr. Der kräftige Rauch bleibt stets dominant. Würzige Eichenholznoten, Thymian und leichte Kaffeenoten nehmen spürbar an Fahrt auf und verursachen eine leichte Trockenheit am Gaumen. Mit einer Assoziation an eine frische Meeresbrise endet das Finish nach vielen Minuten.

Fazit:

Der zehn Jahre alte Laphroaig wurde im Januar 2018 (Batch #010) in Fassstärke (58%) abgefüllt. Mit einem Ausgabepreis von unter 60€ (je nach Bestellmenge und inklusive Versandkosten aus UK) ist der Malt ein absoluter Preis-Leistungs-Kracher, dessen Aufpreis zum Laphroaig 10 Jahre aus der Standard Range absolut gerechtfertigt ist. Im Bereich bis 100€ bleibt der neue Laphroaig weiterhin einer der besten Raucher. Sehr guter Stoff, der sich auf allen Ebenen keine Schwächen leistet. Wer schonungslos-kräftigen Rauch mit den typischen Laphroaig-Noten und einer schönen Komplexität sucht, wird bei der Abfüllung mit Sicherheit fündig. Geschmacklich reicht das aktuelle Batch aber nicht ganz an die erstklassigen Batches wie #003 und #009 heran.

90/100

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