#135 Mackmyra Blomstertid

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Farbe:

helles Kupfer

Aroma:

Der Schwede startet mit einer betörenden Süße, vielen floralen Akzenten und würzigen Holzeinflüssen. In den ersten Minuten kühlt der Alkohol (46,1%) ganz leicht in der Nase, was ich allerdings nicht als sonderlich störend empfinde. Auf der süßen Seite dominieren intensive rote Früchte, vor allem Kirschen, Erdbeeren und Himbeeren sind dauerhaft präsent. Rote Trauben, Zitrusfrüchte, Malz, Vanille, Blütenhonig, florale Noten und würzige Holznoten folgen. Ein Hauch von Ingwer und schwer definierbare Gewürze runden die facettenreiche, spannende und sehr eigenständige Nase ab.

Geschmack:

Unerwartet kräftig startet der Mackmyra: Herb-würzige Eichenholznoten vermischen sich mit extrem süßen Aromen. Das pfeffrige Prickeln an der Zungenspitze hält beim ersten Schluck einige Sekunden an. Die Textur ist sehr cremig und angenehm. Massive Assoziationen an „Mon Chéri“ werden bei mir geweckt. Unglaublich intensive Kirschnoten sind mit weiteren roten Beeren stets dominant. Karamell, Honig, florale Noten, Minze, Malz, verschiedene Gewürze und Kräuter und ein Hauch von Lakritz machen sich nach und nach bemerkbar. Die herb-würzigen Eichenholznoten sind neben den intensiven Kirscharomen stets präsent und harmonieren recht gut miteinander.

Abgang:

Mittellang bis lang, süß-würzig und leicht pfeffrig. Frisch gemahlener Pfeffer tänzelt zum Schluss nochmals kurz auf der Zungenspitze. Süße Fruchtaromen und würzige Holznoten setzen auch auf der Ziellinie den Schwerpunkt. Kirschen, blumige Noten, Honig, Gewürze, herbe Eiche und zarte Anklänge von Lakritz sind wahrnehmbar. Der Mackmyra hinterlässt eine leichte Bitterkeit und Trockenheit am Gaumen.

Fazit:

Die Fakten: Der Mackmyra Blomstertid reifte in vielen verschiedenen Fässern. Dazu gehören: Amerikanische Eichenfässer, Oloroso- und PX-Sherryfässer sowie einige Ex-Bourbonfässer, welche mit Kirschwein gesättigt wurden. Der Alkoholgehalt beträgt 46,1%, auf Färbung und Kältefiltration wurde verzichtet. Der Schwede kam im Frühjahr/Sommer 2016 auf den Markt und kostete zu der Zeit knapp unter 50€. Mittlerweile nähern sich die Preise (leider) der 100€-Marke. Ein kleiner Anti-Mainstream-Whisky, den man aufgrund der ungewöhnlichen Fassauswahl mögen muss. Ich kann nachvollziehen, wenn man die betörende Süße in Kombination mit den kräftigen Eichenholznoten und das sehr untypische Geschmacksprofil nicht mag. Mir gefällt der Mackmyra alles in allem gut und ist eine weitere Empfehlung meinerseits für die warmen Monate im Frühjahr und Sommer. Die häufig zu lesende Bezeichnung „Mon Chéri – Whisky“ hat sich der Malt redlich verdient. Die aktuellen Preise auf dem Sekundärmarkt und in einigen Shops sind für mein Empfinden jedoch deutlich zu hoch angesetzt.

87/100

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