#132 Octomore 6.3

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Farbe:

Gold

Aroma:

Extrem süßer Rauch vermischt sich zu Beginn mit intensiven Malzaromen, leicht grasig-erdigen Noten und vielen hellen Früchten. Verbleiben nur zwei kurze Fragen: Wo ist der enorm starke Alkohol von 64(!)%? Wo sind die brachial anmutenden 258ppm Rauchgehalt? Unglaublich, wie elegant die Nase des Octomores die außergewöhnlichen Rahmendaten verhüllen kann. Reichlich Vanille, Karamell, frisch geschnittene Äpfel, Zitronensaft, Orangenschalen, rote Trauben und dezente Kräuternoten strömen nach und nach aus meinem Glas. Ein Hauch von Holz und maritim-mineralische Noten verweilen im Hintergrund.

Geschmack:

Wie gut ist der Tropfen denn bitte pur trinkbar? Sehr ölig, fast seidenweich und mundauskleidend ohne Ende. Reichlich Rauch und Süße nehme ich in den ersten Augenblicken wahr, die Zungenspitze prickelt in einem angenehmen Ausmaß. Wasser füge ich nicht hinzu. Lagerfeuerrauch mit erdigen Untertönen und eine massive Süße aus Honig, Vanille und massenhaft Karamell setzen einen wundervollen Schwerpunkt. Süße Kirschen, Orangen, helle tropische Früchte, Salz, verschiedene Kräuter, ein wenig Schokolade und zarte Holznoten komplettieren das facettenreiche Aromenfestival. Kaum zu glauben, wie (verhältnismäßig) mild und harmonisch dieser Tropfen am Gaumen klebt. Wunderbar!

Abgang:

Extrem lang, süß-würzig und starker Rauch. Der süße Rauch zeigt sich nun von seiner intensivsten Seite. Die süßen Fruchtnoten mit Vanille und Karamell verwandeln sich nach und nach in schwerere Noten. Salzige Schokolade, viele Kräuter, mineralische Anklänge, dezentes Eichenholz und schöner Rauch (kalte Asche) sorgen für einen fulminant-runden Schlusspunkt.

Fazit:

Der Octomore 6.3 reifte lediglich fünf Jahre lang (2009 bis 01.10.2014). Der Alkoholgehalt beträgt satte 64%, der Rauchgehalt liegt bei stolzen 258ppm, auf Färbung und Kühlfiltration wurde verzichtet und insgesamt 18000 Flaschen wurden abgefüllt. Der Ausgabepreis lag meines Wissens bei ca. 150 Pfund. Die Preise klettern aktuell (leider) über die 200€-Marke. Über das Preis-Leistungs-Verhältnis der Octomores darf man generell gerne streiten. Für einen derart jungen Whisky ist das eine ordentliche Stange Geld, keine Frage. Aber: Die – für mein Empfinden – sensationelle Fassauswahl und handwerkliche Arbeit, die dieses meisterhafte Geschmackserlebnis ermöglicht hat, verdient meinen absoluten Respekt und rechtfertigt den hohen Preis. Geschmacklich liebe ich diese Abfüllung und habe mir einen ausreichenden Vorrat angeschafft, da die Preise in den nächsten Jahren allerhöchstwahrscheinlich weiter steigen werden. Das Zusammenspiel aus starkem Rauch, süßen Früchten, reichlich Karamell, Kräutern und maritimen Anklängen lädt zu einer spannenden Entdeckungsreise ein. Ein Malt, den man unbedingt mal probiert haben sollte…

93/100

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