#131 GlenDronach Grandeur Batch 9 24 Jahre (2018)

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Farbe:

tiefes Mahagoni

Aroma:

Unmittelbar nach dem Einschenken zeigt sich der mindestens 24 Jahre alte GlenDronach bereits von seiner vollmundigen, intensiven und unglaublich eleganten Seite. Ein üppiges Potpourri von reifen und getrockneten Früchten (schwarze Kirschen, saftige Heidelbeeren und Rosinen) bahnt sich spielend leicht den Weg aus meinem Glas. Hinter dem massiven Sherryeinfluss verbergen sich Unmengen an verschiedenen Aromen, welche sich während des Nosings nach und nach herauskristallisieren. Der Alkohol (48,7%) ist in der Nase sehr gut eingebunden und nicht spürbar. Nach ungefähr 25 bis 35 Minuten entfaltet der GlenDronach sein volles Potenzial: Saftige Rosinen, Pflaumenmus, dunkler Waldhonig, Karamell, Marzipan, dunkle Schokolade, frischer Pfeifentabak, Anklänge von Leder, geröstete Maronen, weihnachtliche Gewürze und intensive Eichenholznoten sind sehr stark ineinander verwoben. Ein Hauch von Minze verleiht dem recht schweren Malt einen leichten Frische-Kick (erinnert etwas an After-Eight). Die Intensität, Balance und Komplexität der verschiedenen Aromen zaubern mir als GlenDronach-Fan bereits jetzt ein äußerst zufriedenes Lächeln ins Gesicht. Nach gut 45 Minuten intensivem Nosing und einer spannenden Entdeckungsreise freue ich mich sehr auf die Verkostung.

Geschmack:

Himmlisch – Augen schließen und genießen! Mit einer wundervollen, sirupartigen Textur breitet sich der GlenDronach im gesamten Mundraum aus. Der Alkohol ist wieder sehr gut eingebunden und ermöglicht einen herrlich ausbalancierten Aromentransport. Ein paar Pfefferkörner tänzeln kurz auf der Zungenspitze, ehe die dunklen, würzig-süßen Sherry-Festspiele beginnen: Saftige Orangen bishin zu Orangenöl, dunkler Waldhonig, reichlich überreife und getrocknete Früchte, Rosinen, Feigen, Pflaumenmus, schwarze Kirschen, Marzipankartoffeln, dunkle Schokolade mit Minze (After Eight), verbranntes Karamell, weihnachtliche Gewürze, Pfeifentabak, Leder und ein kräftiger Schuss Espresso vermischen sich mit elegant-herben Eichenholznoten. Die facettenreiche Fülle an Aromen und zeitgleiche Eleganz/Harmonie begeistert mich sofort. Chapeau!

Abgang:

Sehr lang, wärmend, würzig, unheimlich intensiv und elegant. Auch auf der Ziellinie spielt der mindestens 24 Jahre lang gereifte Sherry-Malt ein Ass nach dem anderen aus. Trockene und dunkle Sherrynoten, Pfeffer, schwarze Kirschen, reichlich dunkle Schokolade mit Minze (After Eight), saftige Rosinen, Orangenöl, verbranntes Karamell, weihnachtliche Gewürze, gebrannte Mandeln, Espresso und eine intensive Eichenwürze dominieren das Finish. Zum Schluss entsteht eine ganz leichte Trockenheit und dezente Bitterkeit am Gaumen.

Fazit:

Die Fakten: Der GlenDronach reifte mindestens 24 Jahre in verschiedenen Oloroso Sherryfässern, welche in den Jahren 1990, 1992 und 1993 befüllt wurden. Insgesamt 1487 Flaschen wurden mit einem Alkoholgehalt von 48,7% abgefüllt. Auf Kühlfiltration und Färbung wurde verzichtet. Preislich orientiert sich der Malt im deutlich ambitionierten Bereich von fast 500€. Die schöne Flasche mit Wachskappe und die überzeugend gut verarbeitete Holzbox (über 2kg schwer) verleihen dem GlenDronach eine erstklassige und würdige Aufmachung. Als GlenDronach-Fan fällt es mir sehr schwer objektiv zu bleiben, aber ich finde die mittlerweile 9. Auflage der Grandeur-Serie einfach nur großartig. Zeitlos elegant, unglaublich facettenreich und ohne Fehlnoten. Das Nosing, der Geschmack und das Finish sind hervorragend gelungen und treffen meinen Geschmack zu 100%. Die Balance zwischen Süße, schweren Sherrynoten und Würze ist nahe der Perfektion. Für mich gehört der GlenDronach zu den besten Originalabfüllungen, die aktuell auf dem Markt erhältlich sind. Mit einer souveränen Leichtigkeit landet der Malt daher völlig verdient in meiner bisherigen Top 5. Auch wenn der Geldbeutel blutet: Klare Kauf- bzw. Probierempfehlung!

95/100

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