#128 Ardbeg Grooves Committee Release 2018

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Farbe:

dunkles Gold

Aroma:

Typischer Ardbeg-Rauch, umwoben von Räucheraromen und Düften eines erloschenen Lagerfeuers (kalte Asche). Orangen, süße Früchte (dezent tropisch), Vanille, florale Anklänge mit einem Hauch von Minze und schwer definierbare Kräuter bilden einen angenehmen Gegenpart zum gut eingebundenen Rauch. Die süß-würzigen Räucheraromen erinnern mich ein wenig an Crunchips Western Style und BBQ-Sauce. Im Hintergrund finde ich Anklänge von Leder, Pfeifentabak, würzige Eiche und maritime Noten (Salz & Jod). Der Alkohol (51,6%) kühlt zu Beginn ganz leicht in der Nase.

Geschmack:

Kräftiger, wärmender Antritt, Rauch, Asche, leicht pfeffrig und süß-würzig. Mit ein paar Tropfen Wasser wird die Textur angenehm weich und cremig, die süßen Früchte gewinnen dadurch deutlich an Intensität. Orangen, Anklänge von Pfirsichen, Trauben, Crème brûlée, ein Hauch von Leder und würzige Eiche folgen. Im Hintergrund bleibt es leicht maritim (Salz & Jod). Der Einfluss der Weinfässer ist für mich eher rudimentär vorhanden.

Abgang:

Kurz bis mittellang, rauchig, süß-würzig und wärmend. Kräftiger Rauch, salzige Karamellbonbons, süße Früchte und würzige Eiche prägen das ein wenig zu kurz geratene Finish. Eine zarte Trockenheit verbleibt am Gaumen.

Fazit:

Die Fakten: Der Ardbeg Grooves Committee Release reifte in stark ausgekohlten ehemaligen Weinfässern und wurde mit einem Alkoholgehalt von 51,6% abgefüllt. Der Ausgabepreis betrug 89€ + 10(!)€ Versandkosten. Dank den untypischen Räucheraromen durchaus ein interessanter Whisky, vor allem für Ardbeg-Fans. Die Nase hat mir insgesamt am besten gefallen, primär der Kontrast zwischen dem typischen Ardbeg-Rauch mit den spannenden Räuchernoten und den hellen Früchten, die mit ein wenig Wasser tropische Anklänge offenbaren. Geschmacklich und vor allem auf der Ziellinie leistet sich der Ardbeg für mein Empfinden jedoch einige Schwächen: Die geschmackliche Komplexität kann nicht mehr mit den vielen Facetten aus dem Nosing mithalten, der Abgang ist maximal mittellang und der Einfluss der ehemaligen Weinfässer ist mir zu schwach ausgeprägt. Ich bleibe lieber beim Ardbeg Uigeadail und Corryvreckan – geschmacklich und ganz besonders im Hinblick auf die gegenwärtige Preisentwicklung des Ardbeg Grooves.

84/100

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