#124 Glendalough 13 Jahre Mizunara Finish

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Farbe:

heller Bernstein

Aroma:

Die erste Nase ist extrem ungewöhnlich, spannend und sehr interessant. Mir gefällt die aromatische Komposition auf Anhieb. Über eine halbe Stunde habe ich mich nur der Nase gewidmet und habe folgende Eindrücke gewinnen können: Exotische Früchte (vor allem Pfirsich, Ananas und ein wenig Kokos), frische Orangenschalen, Zitrusfrüchte, Anklänge von Vanille und eine ordentliche Portion Honig dominieren auf der süßen Seite. Ätherische Öle, frisches Harz, reichlich Gewürze (weihnachtliche Richtung, vielleicht mit Anis, Ingwer und Koriander), schwer definierbare Kräuter, Nüsse und eine sehr intensive und ungewöhnliche Holznote (Sandelholz?) bestimmten die schwere Seite. Alle Aromen bilden gemeinsam eine wunderbar harmonische Nase, die über einen enorm hohen Wiedererkennungswert verfügt. Der Alkohol ist sehr gut eingebunden.

Geschmack:

Öliger und kraftvoller Beginn. Die Gewürze (Ingwer) und starken Holznoten verursachen ein spürbares Prickeln auf der Zungenspitze. Die süßen exotischen Früchte verschmelzen mit den schweren Noten, welche sich bereits in der Nase angedeutet haben und unterstreichen auch hier die tolle Charakteristik des Malts. Pfirsiche, Mangos, Ananas, ein Hauch von Kokos, Vanille, Karamell und Honig fluten gemeinsam mit ätherischen Ölen, weihnachtlichen Gewürzen, Kräutern, frischem Harz und reichlich Sandelholz den Gaumen. Zitrusfrüchte sorgen für einen leicht säuerlichen Stich. Bittere Mandelsplitter und Milchschokolade folgen.

Abgang:

Mittellang bis lang, wärmend und süß-fruchtig-würzig. Die fruchtig-süßen Noten bäumen sich letztmalig auf und bilden mit den ätherischen Ölen, Gewürzen und kräftigen Sandelholznoten einen schönen Ausklang. Am Gaumen entsteht eine leichte Trockenheit und zarte Bitterkeit.

Fazit:

Die Fakten: Der 13 Jahre alte Glendalough reifte in Bourbonfässern und wurde anschließend in japanischen Mizunara-Eichenfässern nachgereift. Der Ire wurde mit 46% Alkoholgehalt abgefüllt und nicht kühlgefiltert. Preislich liegt der Exot derzeit bei ca. 80€. Ein sehr schöner Irish Whiskey, der mit all seinen außergewöhnlichen Facetten dennoch genau meinen Geschmack getroffen hat und auf jeden Fall nachgekauft wird. Die geschmackliche Komposition ist für mich bisher absolut einmalig (bei bisher über 600 verkosteten Whiskys) und verfügt über einen sehr hohen Wiedererkennungswert. Dennoch wird dieser „exotisch-fruchtige-Sandelholz-Whiskey“ die Szene spalten. Wer seinen Whisk(e)y-Horizont erweitern möchte, sollte den Tropfen unbedingt probieren.  Hate it or love it! Ich bin bereits nach dem 1. Glas infiziert.

90/100

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2 thoughts

  1. Kann ich nur zustimmen unglaubliches Teil. Einer meiner Favoriten der letzen Zeit. Wer hätte das bei einem Iren gedacht. Ich bin ebenfalls infiziert! Love it !!

    1. Auf jeden Fall ein sehr spezieller Vertreter. Ich habe den Tropfen umgehend nachgekauft, da ich ihn sehr spannend und lecker finde. 🙂

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