#110 Glenfarclas 21 Jahre

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Farbe:

Bernstein

Aroma:

Einen ersten positiven Eindruck hinterlassen reife und elegante Sherrynoten. Im direkten Duell aromatischer Intensität hat der 21-jährige Glenfarclas gegen den Glengoyne 21 Jahre und den 21 Jahre alten GlenDronach Parliament für mein Empfinden merklich das Nachsehen – ohne dies jedoch als negative Eigenschaft zu konstatieren. Der Glenfarclas ist stattdessen weich und mild, die differenten Aromen benötigen zur Entfaltung einige Minuten Zeit. Reife, rote Früchte, süße Sherrynoten, Nüsse, Marzipan, Karamell, saftige Orangen, Zitronenabrieb, Milchschokolade, weihnachtliche Gewürze und markante Eichenholznoten kristallisieren sich heraus. Eine zarte Rauchnote fügt sich ideal in die harmonische und sehr ausbalancierte Nase ein.

Geschmack:

Die weiche und milde Eindruck setzt sich auch geschmacklich fort: Die Textur des Glenfarclas ist sanft und leicht ölig. Elegante Sherrynoten sind sofort präsent. Reife, rote Früchte, Nüsse, Mandeln, Karamell, dunkler Waldhonig und Schokolade folgen. Die anfangs saftigen Orangen wandeln sich in Grapefruits, welche mit einem leicht säuerlichen Einschlag behaftet sind. Weihnachtliche Gewürze und alte Eichenholznoten sind stets präsent, jedoch nie zu aufdringlich oder dominant. Verborgen im Hintergrund nehme ich wieder eine leichte Rauchnote wahr. Weiterhin sehr rund und harmonisch, ein bisschen unspektakulär.

Abgang:

Mittellang, süß-würzig und leicht wärmend. Sanfte Sherrynoten, süßes Karamell, Zitrusfrüchte, Nüsse, Schokolade und leichter Rauch klingen langsam aus. Die weihnachtlichen Gewürze und die alten Eichenholznoten sind unverkennbar zu spüren und hinterlassen eine leichte Trockenheit am Gaumen. Auf der Ziellinie fehlt dem Glenfarclas ein Quäntchen Kraft.

Fazit:

Die Fakten: Der Glenfarclas reifte mindestens 21 Jahre lang in Sherryfässern und wurde mit 43% abgefüllt. Preislich liegt der Malt derzeit bei fairen 70€. Aus der Standard-Range gefällt mir der 21-jährige neben dem 40-jährigen am besten. Sowohl der 25-jährige und 30-jährige Glenfarclas sind mir persönlich zu holzlastig, die dafür aufgerufenen Preise vereinfachen meine Kaufentscheidung zugunsten des 21er. Dieser bietet auf eher unspektakuläre Weise sehr harmonische, süß-fruchtige und vielschichtige Sherrynoten ohne viel Schnickschnack. Dank seiner Sanftheit, Unkompliziertheit und den eben aufgezählten Eigenschaften eignet sich der Malt prächtig zu einem gehobenen Allday-Dram. Das etwas zu kraftlose Finish vereitelt jedoch eine höhere Wertung.

87/100

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