#106 Highland Park 1999/2017 Full Volume

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Farbe:

helles Gold

Aroma:

Eine frische Symbiose aus süßen, fruchtigen und floralen Aromen hebt sich aus meinem Glas. Frisch gepresster Zitronensaft, Getreide, mineralische Aromen und schöne Vanillenoten werden zusätzlich von hellen Früchten unterstützt, welche leicht ins tropische Spektrum abdriften. Birnen, Aprikosen, gezuckerte Ananas, Mangos und ein Hauch von Blütenhonig sind wahrnehmbar. Tief verborgen im Hintergrund weht ein zartes Rauchfähnchen, welches mich ein wenig an Zigarren- oder Pfeifenrauch erinnert. Der Alkohol (47,2%) macht sich anfangs ganz leicht in der Nase bemerkbar.

Geschmack:

Sehr cremig und intensiv. Eine wunderbare Süße rinnt die Wangen entlang, während auf der Zungenspitze eine zarte Pfeffrigkeit einsetzt und ein leichtes Prickeln verursacht. Reichlich Vanille, Zitrusfrüchte, Getreide, unreife Orangen, Ananas, Mangos und Kokosnüsse verleihen dem Malt eine enorme Frische und eine süß-tropische Fruchtigkeit. Der Alkoholgehalt passt geschmacklich perfekt, die Harmonie und Balance des Highland Park ist schlicht sehr gut. Die Aromenvielfalt gewinnt zusätzlich noch an Tiefe: Mineralische Noten, Anklänge von Kräutern, angenehme Eiche und feiner Zigarrenrauch setzen im Hintergrund einen schönen Kontrast zu den süßen Früchten.

Abgang:

Mittellang, süß-würzig und wärmend. Leicht pfeffrig und mit vielen hellen Früchten startet das gut ausbalancierte Finish. Wieder finde ich Zitrusfrüchte, Aprikosen, Vanille und mineralische Noten. Der schöne Zigarrenrauch gewinnt ein wenig an Kraft, verbleibt jedoch eher im Hintergrund. Kräuter und würzige Eiche lassen den Malt langsam ausklingen und hinterlassen eine minimale Bitterkeit am Gaumen.

Fazit:

Auf einer Seite der Pappschachtel wird sehr transparent aufgelistet, wie der Highland Park Full Volume kreiert wurde: Es wurden ausschließlich First Fill Bourbonfässer verwendet (200l Barrels und 250l Hogsheads) und insgesamt 481 Fässer zwischen dem 30. März 1999 und 7. September 1999 mit 63,6-63,7% starkem Rohbrand befüllt. Zusätzlich wurde der Malt bei 4°C filtriert. Im Jahr 2017 wurden die Fässer vermählt und mit einem Alkoholgehalt von 47,2% abgefüllt. Preislich schwankt der Malt derzeit stark (ab 80€ in der Schweiz bis 130€ aufwärts in Deutschland). Ich habe für meine Flasche vor kurzem knapp über 100€ gezahlt. Ich bin ehrlich gesagt ziemlich positiv überrascht, da ich im Vorfeld keine hohen Erwartungen an die Abfüllung hatte und generell von Highland Park, vor allem durch die neuen NAS-Abfüllungen, geschmacklich eher weniger überzeugt bin (mit Ausnahme des 25-jährigen sowie 30-jährigen, welche sich preislich allerdings in ganz anderen Sphären aufhalten). Die mineralischen und leicht rauchigen Noten harmonieren wunderbar mit den süßen Früchten. Der Malt ist ein eher „leichter“ Vertreter und für mein Empfinden perfekt für den Sommer geeignet.

89/100

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