#89 Kilchoman 2012/2017 Red Wine Cask Matured

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Farbe:

sattes Kupfer mit einem roten Schimmer

Aroma:

Aschig-süßer Rauch und reichlich rote Früchte dominieren meinen ersten Eindruck. Der kräftige Alkoholgehalt (50%) ist gut eingebunden. Auch nach vielen Minuten ist der Rauch weiterhin sehr präsent, welcher sich zunehmend mit den roten und dunklen Früchten (Waldfruchtmarmelade) vermischt und das aromatische Grundgerüst bildet. Verbranntes Karamell, Grapefruit, Marzipan, ein Hauch Nougat, dunkle Schokolade (erinnert insgesamt ein wenig an Mozartkugeln), leicht erdige Aromen (nasser Waldboden im Herbst) und Anklänge von würzigen Eichholznoten gesellen sich hinzu. Der Kilchoman ist nicht extrem komplex, dafür bisher sehr elegant und ausgewogen.

Geschmack:

Mit einer schönen, öligen Textur breitet sich der Kilchoman im gesamten Mundraum aus. Eine intensive Süße rinnt langsam die Wangen entlang, während auf der Zungenspitze eine dezente Pfeffrigkeit einsetzt und ein leichtes Prickeln verursacht. Der 50ppm starke Rauche schlägt nun voll ein: Süß-aschig beginnt der Whisky an den Geschmacksknospen zu werkeln, ehe die roten und dunklen Früchte rasch an Intensität gewinnen. Frische Grapefruits und Blutorangen sorgen für einen leicht säuerlichen Einschlag. Zarte Anklänge von Röstaromen, dunkle Schokolade und würzige Eiche komplettieren die geschmackliche Vielfalt. Unter Hinzugabe von einigen Tropfen Wasser offenbaren die verwendeten Fässer nun deutlicher ihre Herkunft: Der Malt wird fruchtiger und weiniger. Trotz des kräftigen Alkohols und Rauchs empfinde ich den Kilchoman als nahezu gefährlich süffig. Am Gaumen ist bereits eine leichte, für mich jedoch nicht störende, Trockenheit wahrnehmbar.

Abgang:

Lang und rauchig-süß. Zu Beginn blitzt kurzfristig frisch gemahlener Pfeffer auf, ehe der süß-aschige Rauch sowie die roten und dunklen Früchte das Zepter in die Hand nehmen. Dunkle Schokolade und etwas Eiche folgen. Die Balance stimmt auch hier wieder. Langsam klingt der Malt aus und hinterlässt eine leichte Trockenheit.

Fazit:

Der Kilchoman Red Wine Cask Matured wurde 2012 destilliert und reifte bis zum Jahr 2017 vollständig in ehemaligen Rotweinfässern aus dem portugiesischen Duoro-Tal. Die Abfüllung des 50% starken Whiskys ist weltweit auf lediglich 7000 Flaschen limitiert. Auf Kältefiltration und Färbung wurde verzichtet, der Phenolgehalt beträgt 50ppm. Der Ausgabepreis variierte (je nach Händler) zwischen 80 und 100€. Nach den bereits gelungenen Vollreifungen aus den Vorjahren (2014: Port, 2015: Madeira & 2016: Château d’Yquem Sauternes) stellt Kilchoman für mein Empfinden ein weiteres Mal eindrucksvoll unter Beweis, was geschmacklich, auch mit einer vergleichsweise kurzen Reifezeit (4-5 Jahre), möglich ist. Einziger Wermutstropfen: Der etwas sportlich geratene Preis.

88/100

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