#87 Ardmore 1996/2017 20 Jahre

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Farbe:

sattes Gelbgold

Aroma:

Der 20 Jahre alte Ardmore offenbart unmittelbar nach dem Einschenken sein angenehmes und vielschichtiges Profil. Meinen ersten Eindruck beherrschen süße, helle Früchte, sanfte Holznoten und dezenter Rauch. Präziser: Reife Äpfel, Orangenschalen, Mandarinen, Feigen, Anklänge von exotischen Früchten (Pfirsiche & weit im Hintergrund verborgen eine sanfte Assoziation von Honigmelonen), Vanille, frische Tabakblätter, etwas Leder, würzige Eichenholznoten und Lagerfeuerrauch. Der Alkohol (49,3%) ist nicht spürbar und perfekt eingebunden.

Geschmack:

Angenehm ölig, nahezu cremig, benetzt der Malt meine gesamte Mundhöhle und regt den Speichelfluss an. Auch hier überzeugt der perfekt eingebundene Alkohol. Die süßen, hellen Früchte gieren zu Beginn rasch nach der geschmacklichen Oberhand, vor allem mit Vanillezucker kandierte exotische Früchte, Feigen und Mandarinen sind wieder präsent. Nach wenigen Augenblicken nehmen die „schweren“ Noten an Fahrt auf: frische Tabakblätter, Leder, verschiedene Gewürze, dunkle Schokolade und trockener Lagerfeuerrauch ebnen den geschmacklichen Weg in Richtung Finish. Gut ausbalanciert mit einer interessanten Aromenkonstellation.

Abgang:

Mittellang, kraftvoll und rauchiger werdend. Die süßen, hellen Früchte setzen zu Beginn des Abgangs ein kräftiges Ausrufezeichen, ehe sie allmählich verblassen. Im Hintergrund baut sich sukzessive ein trockenes, würzig-rauchiges Konglomerat auf, welches nach wenigen Augenblicken den Ton angibt. Würzige Eiche, Leder, Lagerfeuerrauch und eine spürbare Trockenheit am Gaumen bleiben zurück.

Fazit:

Die Fakten: Beim neuen Ardmore handelt es sich um eine mindestens 20 Jahre lang gereifte Sonderedition (1996 destilliert, 2017 abgefüllt). Der Whisky wurde nicht kühlgefiltert und mit 49,3% Alkoholgehalt abgefüllt. Die Reifung erfolgte in First Fill Bourbonfässern sowie ehemaligen Fässern von der Insel Islay, welche anschließend miteinander vermählt wurden. Kurz und knapp: Der Malt liefert eine überzeugende Vorstellung ab. Der stets präsente Rauch zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte Verkostung, ohne jemals zu dominant zu sein. Das Wechselspiel aus süßen Früchten und Würze, Leder & Rauch gefällt mir gut und setzt vor allem auf der Ziellinie einen schönen Schlusspunkt. Eine feine Rauchnote bleibt im leeren Glas zurück. Preislich orientiert sich die Originalabfüllung aktuell bei  (fairen!) 85-90€. Wer einen fruchtig-eleganten Malt mit leichtem Rauch sucht, könnte bei der Abfüllung durchaus fündig werden.

90/100

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