#86 Linkwood 1998/2015 16 Jahre Côte Rôtie Wood Finish (Gordon & MacPhail)

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Farbe:

Leuchtendes Kupfer mit einem roten Schimmer

Aroma:

Unmengen von süßen, roten Früchten umschmeicheln meine Nasenspitze. Der Weineinfluss ist von Beginn an deutlich spürbar. Der Alkoholgehalt in Höhe von 45% ist sehr gut eingebunden und aufgrund der intensiven Aromenfracht nicht wahrnehmbar. Reife Erdbeeren, Himbeeren, Kirschen, rote Johannisbeeren, süße Trauben und Gummibärchen bilden die süß-fruchtige Basis. Zarte Anklänge von Honig, reichlich dunkle Schokolade, würzige Eiche und eine subtile Muffigkeit ergänzen das aromatische Profil.

Geschmack:

Das Mundgefühl ist sehr vollmundig, weich und ölig. Der fruchtig-süße Eindruck des Nosings setzt sich geschmacklich nahtlos fort. Die süßen, roten Früchte (Erdbeeren, Himbeeren & Kirschen) sind zu Beginn nahezu omnipräsent. Ein „rotweiniger Eindruck“ entsteht, zudem registriere ich bereits eine leichte Trockenheit am Gaumen. Karamell, Honig, dunkle Schokolade, Nüsse, Gewürze (Muskat?) und würzige Holznoten folgen mit einer kraftvollen Intensität. Auch geschmacklich ist der Alkohol nicht spürbar und begünstigt, aufgrund des Geschmacksprofils, eine nahezu gefährliche Süffigkeit des Malts. Die Balance zwischen den fruchtigen Noten und „schweren“ Holzeinflüssen ist für meinen Geschmack gut getroffen worden.

Abgang:

Mittellang, wärmend und fruchtig-würzig. Auch auf der Zielgeraden dominieren die roten Früchte, welche weiterhin angenehm süß bleiben und langsam ausklingen. Assoziationen an einen fruchtig-trockenen Rotwein registriere ich auch hier wieder. Würzige Eichenholznoten machen sich nun etwas stärker bemerkbar und übernehmen mit dunkler Schokolade, Gewürzen, Nüssen und Anklängen von Trockenfrüchten die geschmackliche Oberhand. Zum Schluss entsteht eine spürbare Trockenheit und leichte Bitterkeit am Gaumen.

Fazit:

Die Eckdaten: Der Linkwood wurde am 14.12.1998 destilliert und nach fast 17 Jahren Lagerzeit im Oktober 2015 vom unabhängigen Abfüller Gordon & MacPhail abgefüllt. Über 14 Jahre durfte der Whisky in Borbonfässern reifen, ehe er anschließend in Côte Rôtie Rotweinfässern nachgereift wurde. Der Nachreifeprozess umfasste einen Zeitrahmen von 23 Monaten. Die Abfüllung verfügt über einen Alkoholgehalt von (generell eher ungewöhnlichen) 45% und umfasst lediglich 4000 Flaschen. Das fast zwei Jahre andauernde Finish überzeugt mich. Der „weinige Einfluss“ (süß-fruchtig) ist deutlich spürbar und harmoniert geschmacklich sehr gut mit den würzigen Eichenholz- und Schokoladennoten, welche erste Rückschlüsse auf die ordentliche Reifezeit von knapp 17 Jahren zulassen. Wer diese Art der Nachreifungen mag, wird sicherlich belohnt. Das Preis-Leistungs-Verhältnis des Linkwood ist akzeptabel, mit derzeit ca. 100€ für eine Flasche ist der Tropfen allerdings auch kein Schnäppchen mehr.

89/100

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