#83 BenRiach 22 Jahre Moscatel Wood Finish

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Farbe:

helles Mahagoni

Aroma:

Sehr voluminös, schwer und facettenreich. Das abwechslungsreiche Spiel aus süßen Fruchtnoten und „schweren“ Aromen fasziniert mich sofort. Innerhalb von einer knappen halben Stunde habe ich folgende Assoziationen wahrnehmen können: Süße Früchte, Pflaumen, Datteln, Rosinen, Feigen, saftige Orangen, Grapefruit (leicht säuerlicher Einschlag), verbrannte Karamellkruste einer Crème brûlée, Milchschokolade, würzige Eiche, Zimt, zarte Kräuternoten und Marzipan. Die verschiedenen Aromen sind sehr harmonisch miteinander verwoben und verströmen ein hohes Maß an Reife und Eleganz.

Geschmack:

Schön ölig und seidig weich benetzt der BenRiach die gesamte Mundhöhle. Eine angenehme Süße rinnt an der Zunge entlang, während auf der Zungenspitze eine minimale Pfeffrigkeit einsetzt und ein dezentes Prickeln verursacht. Der Alkoholgehalt (46%) ist sehr gut eingebunden und verleiht dem vulominösen Malt stets ausreichend Kraft. Süße Früchte (Kirschen), überreife Pfirsiche, Grapefruit (wieder leicht säuerlich), Datteln, Rosinen, reichlich dunkle Schokolade mit zartbitteren Anklängen, dunkler Waldhonig, Karamell, etwas Leder und würzige Eichenholznoten kristallisieren sich heraus. Die würzige Eiche intensiviert sich und ruft eine leichte Trockenheit am Gaumen hervor. Die bereits während des Nosings zu erahnende Komplexität setzt sich geschmacklich nahtlos fort. Sehr schön!

Abgang:

Lang, voluminös und wärmend. Die süßen Früchte sowie die Datteln, Feigen und Pflaumen blitzen final mit einer schönen Intensität auf, ehe die schokoladigen und würzigen Noten zunehmend an Dominanz gewinnen. Nüsse, verschiedene Gewürze und Holzaromen lassen den Malt besonnen ausklingen. Am Gaumen verbleibt eine leichte Trockenheit sowie eine minimale Bitterkeit.

Fazit:

Die Fakten: Nach über 22 Jahren Reifezeit wurde der BenRiach am 29.08.2016 abgefüllt. Der Whisky wurde in Moscatel-Fässern nachgereift (Moscatel de Setúbal, Madeira und Portwein gehören übrigens zu den drei großen Dessertweinen Portugals). Der Alkoholgehalt beträgt 46%, auf Kühlfiltration und Färbung wurde verzichtet. Die Abfüllung ist auf insgesamt 5927 Flaschen limitiert. Einziger Wermutstropfen: Preislich beginnt der Genuss erst ab 180€ aufwärts in Deutschland. Die oben ausführlich dokumentierte Geschmacksvielfalt hat mich voll und ganz überzeugt: Die Nase legt die Messlatte bereits sehr hoch, da ich fast eine halbe Stunde intensiv am Glas geschnüffelt habe. Geschmacklich setzt sich das Erlebnis nahtlos fort und auch das Finish ist sehr gut gelungen. Ein klasse Malt, welcher sicherlich wunderbar zu einem lodernden Kaminfeuer, an einem nasskalten und verregneten Abend mitten im November, passen würde.

93/100

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