#82 Springbank 2002/2017 14 Jahre Bourbon Wood Cask Strength

dav

Farbe:

Gelbgold

Aroma:

Unmittelbar nach dem Einschenken aus der frisch geöffneten Flasche präsentiert sich der Springbank noch ein wenig introvertiert und leicht ungestüm im Glas. Ich lasse dem Malt gute zehn bis 15 Minuten Zeit zur Entfaltung. Nach und nach offenbaren sich die verschiedenen Aromen: Die typische Springbank-Dreckigkeit ist präsent, dicht gefolgt von kräftigen Vanilletönen, salzigen Karamellbonbons, frisch geschnittenen grünen Äpfeln, Birnen, Zitronen und Heu. Im Hintergrund ist ein ganz zartes Rauchfähnchen wahrnehmbar. Der fassstarke Alkoholgehalt (55,8%) deutet stets seine Kraft an und könnte für mein Empfinden etwas besser eingebunden sein.

Geschmack:

Auch geschmacklich dominiert die Kraft des Malts: Der hohe Alkoholgehalt versetzt die Zungenspitze für einen kleinen Augenblick in ein Nadelkissen, ehe der Springbank mit einer sanften und geschmeidigen Textur den gesamten Mundraum flutet und mit einer wunderbaren Süße auskleidet. Der süß-fruchtige Rauch kann sich geschmacklich besser entfalten. Reichlich Vanille, Karamell, Honig, mineralische Noten (Salz), Äpfel, Birnen, Zitronen, Orangen und Anklänge von würziger Eiche erweitern das aromatische Grundgerüst. Durch die Hinzugabe von einigen Tropfen Wasser wirkt der Malt etwas fruchtiger und harmonischer, ohne allerdings spürbar an Kraft zu verlieren. Der Springbank ist insgesamt kein überforderndes Komplexitätsmonster mit 1000 Facetten, jedoch mit einer glasklaren Linie.

Abgang:

Mittellang bis lang, weiterhin kraftvoll und wärmend. Mit einer kleinen Prise Pfeffer an der Zungenspitze startet das Finish. Die vanillige Süße und die hellen Früchte (vor allem Orangen) verblassen allmählich. Mit einer angenehmen Rauchnote, mineralischen Aromen und würzigen Anklängen des Eichenholzes klingt der Springbank aus. Am Gaumen entsteht eine leichte Trockenheit.

Fazit:

Die Fakten: Der neue Springbank 14 Jahre Bourbon Wood reifte vom November 2002 bis August 2017 ausschließlich in ehemaligen Bourbonfässern (First Fill & Refill) und wurde in Fassstärke (55,8% Alkoholgehalt) abgefüllt. Die Sonderedition umfasst eine Auflage von insgesamt 9000 Flaschen weltweit. Wie bei Springbank üblich, wurde auf Färbung und Kühlfiltration verzichtet. Die Preise bewegen sich aktuell in einem Rahmen von 70€ – 85€. Nach dem eher zurückhaltenden Nosing entfaltet sich der Springbank geschmacklich mit voller Intensität und verfügt über ein sehr schönes Finish. Die klassischen Bourbon-Aromen harmonieren sehr gut mit den mineralischen Noten und dem leichten Rauch. Einzig der nicht ganz perfekt eingebundene Alkohol verhindert eine höhere Wertung. Aufgrund der stark begrenzten Zuteilung für den deutschen Markt (knapp 1300 Flaschen) habe ich mir bereits eine Flasche für schlechte Zeiten auf Seite gestellt, ehe die Preise in Richtung 100€+ gehen.

89/100

dav

 

 

2 thoughts

  1. Hallo Tom, ja der neue Springbank ist echt lecker, habe mir auch 2 Flaschen direkt beim Händler geholt. Online ist der irgendwie nirgendwo zu haben. Wahnsinn.

    Grüsse

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