#76 Ardbeg An Oa

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Farbe:

Gelbgold

Aroma:

Sommerlich frisch, mit reichlich hellen Früchten, floralen Akzenten und einer – für Ardbeg-Verhältnisse – zurückhaltenden Rauchnote, erhebt sich der neue An Oa aus meinem Glencairn. Der frisch-süße Rauch verfügt über schöne Teeraromen und wirkt minimal medizinisch. Vanille, Limetten, Grapefruit, Orangen, grüne Äpfel, Bratapfelkuchen, geröstetes Malz, dezenter Anflug von Kräutern, maritime Aromen (Salz) und hölzerne Noten (alte Zigarrenkiste) komplettieren die aromatische Vielfalt. Kein überforderndes Komplexitätsmonster, jedoch mit einer glasklaren und harmonischen Linie.

Geschmack:

Butterweich und cremig kleidet der Ardbeg die gesamte Mundhöhle aus. Die Zungenspitze prickelt zu Beginn ganz leicht. Eine ausbalancierte Symbiose aus hellen Früchten, Vanille und Rauch flutet den Gaumen. Zitronen, Grapefruits, Orangen, Pfirsiche, reife Äpfel, zarte Gebäcknoten, Kräuter, getrocknete Tabakblätter, mineralische Anklänge und eine leichte Eichenwürze stechen hervor. Der teerige Rauch (jetzt mit leichten Aschenoten) ist stets präsent, ohne jedoch zu kräftig und überladend zu wirken. Der Alkoholgehalt von 46,6% ist perfekt eingebunden und ermöglicht einen intensiven Aromentransport.

Abgang:

Mittellang, wärmend und rauchig. Die frischen geschnitten Zitronen sowie hellen Früchte weichen nun dem aschig-teerigen Rauch und Anklängen von salziger Milchschokolade. Eine minimale Trockenheit entsteht am Gaumen.

Fazit:

Mit der neuen Abfüllung „An Oa“ erweitert Ardbeg ab sofort die Core-Range (bisher bestehend aus Ardbeg Ten, Uigeadail & Corryvreckan). Die Fakten: Der Whisky verfügt über keine Altersangabe und reifte in drei verschiedenen Fasstypen, welche anschließend miteinander vermählt wurden. Dabei handelt es sich um frisch ausgebrannte Eichenfässer, ehemalige Bourbonfässer sowie PX-Sherryfässer. Der Alkoholgehalt beträgt 46,6%, auf Kühlfiltration wurde verzichtet. Der Malt wird ab dem 01.10.2017 im deutschen Fachhandel zu einem Preis von ca. 50€ erhältlich sein. Der neue Ardbeg An Oa gefällt mir alles in allem gut. Aufgrund meiner geschmacklichen Eindrücke vermute ich, dass der Anteil an verwendeten PX-Sherryfässern eher gering ausgefallen ist, vielleicht täusche ich mich aber auch. Die glasklare und ehrliche Linie des Ardbegs zieht sich vom Nosing, über den Geschmack bis hin zum Abgang wie ein roter Faden. Meine geschmackliche Reihenfolge der Core-Range sieht aktuell wie folgt aus: Corryvreckan, Uigeadail, An Oa & Ten. Den An Oa werde ich wahrscheinlich bevorzugt im Sommer trinken, die schweren Vertreter wie Corryvreckan und Uigeadail eher im Herbst und Winter.

86/100

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