#66 Laphroaig 10 Jahre Cask Strength Batch #009 (2017)

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Farbe:

dunkles Gold, nahezu Bernstein

Aroma:

Unmittelbar nach dem Einschenken strömen Unmengen an „laphroaig-typischen“ Noten aus meinem Glas. Heftiger, aschiger Rauch, unermesslich viele Phenole und die volle Ladung Krankenhaus konfrontieren meine Nase. Der fassstarke Alkohol (58,1%) ist auf Anhieb sehr gut eingebunden und gefällt mir beim Nosing besser als beim vorherigen Batch #008 aus dem Jahr 2016. Der dominante Rauch entwickelt eine schöne Lagerfeuernote mit süßen Anklängen. Auf der „Krankenhaus-Seite“ sind primär Mullbinden, Jod und Pflaster präsent. Im Hintergrund befinden sich Zitronen, Karamell, eine ordentliche Portion Eichenwürze, Tabak, Nelken sowie die klassisch maritimen Noten: Algen, Seetang und Salz. Beeindruckend intensiv und facettenreich.

Geschmack:

Seidig weich und ölig benetzt der Laphroaig den gesamten Mundraum, ehe eine intensive Rauch-Explosion eintrifft. Im vorderen Bereich des Mundraumes breitet sich eine wunderbare (wärmende) Süße aus, auf der Zungenspitze prickelt es deutlich (Pfeffrigkeit/Ingwerschärfe) und am Gaumen lässt sich bereits eine kräftige Eichenwürze erahnen. Der allgegenwärtige Rauch lässt den Zitronen und Karamellbonbons kaum Chancen zur vollen Entfaltung. Im Hintergrund verweilen weiterhin verschiedene Gewürze, Nüsse, Tabak und maritime Noten, bei denen besonders das Salz an Aufmerksamkeit gewinnen kann. Algen, Seetang und etwas Jod versinken nahezu in der Intensität des brachialen Rauches.

Abgang:

Außerordentlich lang, stark rauchig und wärmend. Die süßen Aromen befreien sich nun aus dem rauchigen Mantel und gewinnen deutlich an Intensität. Vanille, Karamell, Zitronen und zarte helle Früchte nehme ich wahr. Der kräftige Rauch bleibt stets dominant. Würzige Eichenholznoten, Nüsse & Tabak intensivieren sich und verursachen eine leichte Trockenheit am Gaumen. Mit einer Assoziation an eine frische Meeresbrise endet das Finish nach vielen Minuten.

Fazit:

Der zehn Jahre alte Laphroaig wurde im Februar 2017 (Batch #009) in Fassstärke (58,1%) abgefüllt. Mit einem Ausgabepreis von 60€ (inklusive Versandkosten aus UK) ein absoluter Preis-Leistungs-Kracher, dessen Aufpreis zum Laphroaig 10 Jahre aus der Standard Range absolut gerechtfertigt ist. Im Bereich bis 100€ wird der neue Laphroaig nun einen vorderen Platz unter den für mich geschmacklich zehn besten Malts inne haben. Großartiger Stoff, der auf allen Ebenen begeistert. Wer schonungslos-kräftigen Rauch mit den typischen Laphroaig-Noten und einer schönen Komplexität sucht, wird bei der Abfüllung mit Sicherheit fündig. Im Großen und Ganzen gefällt mir das neue Batch ein wenig besser als Batch #008 aus dem Vorjahr.

92/100

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