#65 Springbank Vintage 10 Jahre 1997/2007 Batch 1

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Farbe:

kräftiges Honiggold

Aroma:

Eine wunderschöne, aromatische Vielfalt umschmeichelt meine Nasenspitze. Auffallend intensive Vanillenoten und rote, reife Früchte setzen die ersten Akzente. Im Laufe des Nosings kristallisieren sich viele weitere Aromen heraus: Zum süß-fruchtigen Ersteindruck gesellen sich mineralische Noten, Marzipankartoffeln, Orangenschalen, Zitronen, Leder, Nüsse, ein Hauch von Rauch und Eiche hinzu. Der kräftige Alkoholgehalt (55,2%) ist sehr gut eingebunden. Es ist immer wieder faszinierend, wie komplex ein „nur“ zehn Jahre alter Whisky sein kann.

Geschmack:

Samtig weich kleidet der Malt zu Beginn den gesamten Mundraum aus. Sehr kräftig, mit einer leichten Pfeffer- / Ingerwerschärfe, beginnt das vielschichtige Aromenfestival. Weiterhin dominieren süße Vanille- und Karamellnoten und Honig, ehe es sherrylastiger wird. Reife, rote Früchte entfalten sich. Orangen, Zitrone, Kirschen, Waldbeeren und sogar Datteln nehme ich wahr. Eine dunkle Schokoladennote und ein wenig Rauch bilden sich im Hintergrund aus. Marzipan, Leder und würziger werdende Eichenholznoten nehmen zunehmend an Fahrt auf und runden das schöne, stets harmonische und nahezu süffige, Geschmacksprofil ab. Auch geschmacklich überzeugt der sehr gut eingebundene Alkohol mit einem kraftvollen Aromentransport. Wasser füge ich nicht hinzu.

Abgang:

Lang und wärmend. Mit einer frischen Prise Pfeffer an der Zungenspitze startet das lange Finish. Die vanillige Süße und die roten Früchte verblassen recht schnell. Subtiler Rauch, Leder, dunkle Schokolade und würzige Eiche dominieren. Am Gaumen entsteht eine leichte Trockenheit.

Fazit:

Zehn Jahre lang durfte der Springbank im Zeitraum von 1997 bis 2007 reifen. Whiskypuristen geht wieder das Herz auf: 55,2% Alkoholgehalt, weder gefärbt noch kühlgefiltert (am Flaschenboden befinden sich viele kleine Fasssedimente). In jeglicher Hinsicht (Nase, Geschmack & Abgang) ist der Whisky ein Paradebeispiel dessen, was man mit Hilfe einer sehr guten Fasssauswahl in relativ kurzer Reifezeit (10 Jahre) erreichen kann. Auch bei meinem 2. Dram entdeckte ich weitere Aromen. Das Prädikat „Entdeckungswhisky“ vergebe ich eher selten, aber in diesem Fall muss ich nicht lange überlegen. Einfach lecker! Schade, dass der Tropfen mittlerweile bei Preisen im Bereich von weit über 100€ angekommen ist.

90/100

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