#63 Glenlossie 1992/2017 24 Jahre Single Cask bottled for Eifelboys (Signatory Vintage)

dav

Farbe:

helles Gelbgold

Aroma:

Unmittelbar nach dem Einschenken strömen weiche Fruchtnoten aus meinem Glas. Ein minimales Kühlen in der Nase versetzt meinen Fokus kurz auf den kräftigen Alkoholgehalt (55,9% Fassstärke). Nach wenigen Minuten ist das Kühlen gänzlich verflogen und ermöglicht lange Atemzüge knapp oberhalb des Glasrandes. Unmengen an hellen Früchten sind sofort dominant. Aprikosen, Mandarinen, reife Äpfel, Birnen und saftige Pfirsiche zementieren das fruchtige Fundament. Anklänge von exotischen Früchten und sogar dezente florale Noten gesellen sich nach vielen Minuten hinzu. Die sanften Fruchtaromen werden von weichen Vanille/Karamell- und Blütenhonignoten ummantelt. Einen unglaublich schönen Kontrast bilden die ausgeprägten Eichenholznoten, welche stets wahrnehmbar sind, aber zu keiner Zeit die fruchtig-frischen Aromen in der Hintergrund drängen. Die Nase begeistert mich auf Anhieb, da diese eine sehr harmonische Symbiose aus seidig-weichen Fruchtnoten und einer merklich langen Reifezeit von knapp einem Vierteljahrhundert abbildet.

Geschmack:

Schön ölig und seidig weich (fast sahnig) am Gaumen startet der Glenlossie. Der hohe Alkoholgehalt veranlasst einen kraftvollen Aromentransport, der beim 1. Schluck noch ein leichtes, pfeffriges Prickeln an der Zungenspitze hervorruft. Nach dem 2. und 3. Schluck ist das Prickeln für mich nicht mehr wahrnehmbar. Auch geschmacklich sind die hellen Früchte sehr präsent. Saftige Pfirsiche, Aprikosen, Äpfel und einen leichten Anflug von Mangos und Maracujas nehme ich wahr. Vanille, Karamell, zuckriger Tortenguss und immer intensiver werdende Honignoten beleben die Fruchtigkeit zusätzlich und fördern die sanfte Harmonie. Die würzigen Holzaromen zeichnen ein Abbild meiner Nosing-Eindrücke: Wieder stets präsent, aber nie überladend oder gar störend. Spätestens nach dem zweiten Dram bin ich gezwungen, dem Whisky eine außerordentlich gefährliche Süffigkeit zu attestieren.

Abgang:

Lang, seidig weich und wärmend ausklingend. Die hellen Fruchtaromen sowie Karamell- & Honignoten sorgen weiterhin für ein leicht erfrischendes Gefühl am Gaumen. Die würzigen Eichenholznoten nehmen ganz zum Schluss wohltuend an Fahrt auf und verursachen einen Hauch von Trockenheit. Nussige Anklänge entstehen.

Fazit:

Zunächst die Fakten: Der Glenlossie wurde am 18.11.1992 destilliert und nach über 24 Jahren Lagerzeit in einem Hogshead am 24.04.2017 abgefüllt. Die Flaschenanzahl ist auf lediglich 238 Stück begrenzt. Der Malt verfügt über einen Alkoholgehalt (55,9% Fassstärke) und wurde weder gefärbt noch kühlgefiltert. Preis: 99€ – a bang for the buck! Ein wunderbarer, lange Zeit gereifter und zudem noch fruchtig-weicher Whisky, welcher hinsichtlich Balance und Harmonie kaum besser hätte sein können. Das exorbitant gute Preis-Leistungs-Verhältnis setzt dem Malt noch die Krone auf. Normerweise trinke ich nur einen Dram desselben Whiskys pro Abend, aber bei dem Tropfen könnten es auch gerne fünf sein. Die zunehmende Süffigkeit pro Glas ist nahezu (im positiven Sinne) erschreckend. Dirk, ich danke Dir ganz herzlich für das Sample!

91/100

dav

 

 

Kommentar verfassen