#51 Bruichladdich 2002/2017 Sherry Butt (The Maltman)

dav

Farbe:

Dunkler, leicht bräunlich schimmernder Bernstein

Aroma:

Der Bruichladdich startet mit einer leichten Rauchigkeit und einer Vielzahl an „schweren“ Aromen. Unmengen an dunkler Schokolade, Röstaromen – bis hin zu Espresso, eine Vielzahl an Nüssen und Gewürzen umschmeicheln meine Nase. Der hohe Alkoholgehalt in Höhe von 54,9% ist sehr gut eingebunden. Etwas zögerlich kristallisieren sich nun dunkle Waldfrüchte (mit einer leichten Süße) und eine dezente Modrigkeit heraus, die mich an einen nassen Waldboden im Herbst erinnert. Die schöne Komplexität wird von einer subtilen Salzigkeit abgerundet. Die Aromenkonstellation kommt für mich ehrlich gesagt etwas unerwartet, da ich eher ein fruchtiges Sherrybrett erwartet habe. Nichtsdestotrotz ist die Nase sehr harmonisch und steigert die Vorfreude auf die Verkostung.

Geschmack:

Kräftiger und voller Antritt. Das Mundgefühl ist wunderbar ölig und wärmend, mit einem deutlich spürbaren Prickeln an der Zungenspitze (vor allem beim 1. Schluck). Eine Flut von zartbitterer Schokolade und etwas Milchschokolade, mit einer ausgeprägten Nussigkeit (erinnert mich stark an die Nussknacker-Schokolade), verführt meinen Gaumen. So schmeckt anscheinend ein Schokobrunnen für Volljährige. Die Röstaromen sind ebenfalls wieder präsent und tendieren in Richtung starkem Kaffee oder Espresso. Eine leichte Fruchtigkeit von dunklen Beeren, dezenter Rauch und Eichenwürze gesellen sich hinzu. Auch geschmacklich überzeugt mich die Harmonie.

Abgang:

Mittelang bis lang. Weiterhin sehr ölig und wärmend, an der Zungenspitze setzt nochmals ein ordentliches Prickeln ein. Schwere Sherryaromen, Schokolade, Mandelsplitter und Nüsse folgen. Im Hintergrund verweilt eine leichte Rauchigkeit mit maritimen Anklängen (Salz). Zum Schluss kristallisiert sich eine leichte Trockenheit heraus.

Fazit:

Die Eckdaten: Der Bruichladdich wurde im Juli 2002 destilliert und im April 2017 abgefüllt. Die über 14 Jahre andauernde Reifezeit verbrachte der Whisky in einem einzigen Sherryfass. 562 Flaschen wurden in Fassstärke (54,9%) von Meadowside Blending aus der Serie „The Maltman“ abgefüllt. Auf Färbung und Kühlfiltration wurde verzichtet. Der Ausgabepreis lag bei ca. 85€, welchen ich in Anbetracht des guten Gesamteindrucks fair finde. Nase, Geschmack und vor allem Abgang überzeugen mich hinsichtlich Komplexität und Harmonie. Wer kräftige, schokoladig-nussige Whiskys mit schweren Röstaromen mag, der wird von dem Malt sicherlich nicht enttäuscht werden.

89/100

sdr

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