#43 Octomore OBA Concept

sdr

Farbe:

sattes Bernstein

Aroma:

Sehr vielversprechend: Der hohe Alkoholgehalt in Höhe von 59,7% ist perfekt eingebunden – kein Stechen oder starkes „Kühlen“ in der Nase. Kraftvoller, dichter Lagerfeuerrauch und reife, rote Früchte strömen mir entgegen. Der Rauch ist intensiv, gewinnt aber nie die absolute aromatische Oberhand. Die roten Früchte drängen nach vorne, besonders überreife Kirschen sind deutlich identifizierbar. Ein paar Erdbeeren, Brombeeren und Heidelbeeren gesellen sich zum süßen Früchtekorb hinzu. Im Hintergrund verweilen zarte Holznoten und – ich vermute – eine subtile Schwefelnote, da kann ich mich, mangels Erfahrung, aber auch täuschen.

Geschmack:

Sehr voluminöser Antritt, die vielschichtige Aromenflut setzt sofort ein. Das Mundgefühl ist sehr ölig und weich. Nach ca. 15 Sekunden spürbar adstringierend, ähnlich wie beim Longrow RED Malbec Finish. Beim 2. und 3. Schluck wird der Malt in der Hinsicht angenehmer und schon fast gefährlich süffig. Der Rauch ist auch im Geschmack perfekt eingebunden und findet mit den roten Früchten eine tadellose Balance auf dem Genuss-Drahtseil. An der Zungenspitze minimal pfeffrig, der vordere Mundbereich wird mit einer angenehmen Süße geflutet. Kirschen, Brombeeren, dezente Zitrusfrüchte (Richtung Grapefruit) und saftige Orangen sind präsent. Die würzigen Eichenholznoten nähern sich langsam an, welche Assoziationen an alte Zigarrenkisten hervorrufen. Salzige Zartbitterschokolade sorgt für das i-Tüpfelchen. Hier gibt es viel zu entdecken – auch nach dem 2. und 3. Schluck gewinne ich neue Eindrücke hinzu.

Abgang:

Lang bis sehr lang. Die süßen Früchte verblassen allmählich. Der kräftige Lagerfeuerrauch giert nach der geschmacklichen Oberhand und hält sie für einige Minuten inne. Die würzigen Holznoten intensivieren sich mit einer leichten Trockenheit. Bittere Noten kann ich nur minimal feststellen. Das leere Glas mit dem letzten Tropfen Octomore riecht nach 15-30 Minuten einfach nur himmlisch.

Fazit:

Die Wartezeit von 3,5 Monaten hat sich gelohnt. Man muss zugegebenermaßen schon verrückt sein, sich eine 0,5l Flasche Octomore ohne konkrete Inhaltsangabe für fast 130€ zu kaufen. Man findet weder zur Fassauswahl, Lagerzeit noch PPM eine Information. Lediglich der Alkoholgehalt in Höhe von 59,7% steht auf der Flasche. Die Abfüllung ist auf insgesamt 3000 Flaschen limitiert. Rein vom Geschmack her vermute ich, dass unter anderem Wein- und Sherryfässer zur Reifung verwendet wurden. Vielleicht irre ich mich auch gewaltig. 🙂 Ein feiner Malt, der auch bereits zum Ausgabepreis nicht unbedingt günstig war. Ob der Tropfen fast 180€ auf eine 0,7l-Flasche gerechnet wert ist? Das muss jeder selbst entscheiden. Ich möchte jedenfalls mehr davon, da mich die Qualität überzeugt!

91/100

edf

 

 

6 thoughts

  1. Der klingt richtig super und dazu ist die orange Flasche ein echter Hingucker. Ich glaube allerdings, es gibt gar keinen Octomore, der mir nicht gefällt… da müsste Bruichladdich schon eine ungetorfte Sonderedition rausbringen und wahrscheinlich würde ich selbst die nicht schlecht finden. 😀

    1. Ja, optisch macht die Flasche auf jeden Fall etwas her – gefällt mir auch gut. Das vermute ich auch, bisher wurde ich seitens der Octomore-Abfüllungen noch nicht enttäuscht. Das darf gerne so bleiben. 🙂

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