#40 Lagavulin 12 Jahre Cask Strength 2016

sdr

Farbe:

helles Stroh

Aroma:

Unmittelbar nach dem Einschenken ziehen dichte Rauchschwaden über meinen Balkon. Der Alkoholgehalt von fast 58% macht sich anfangs durch ein leichtes Stechen in der Nase bemerkbar, welches nach 15 bis 20 Minuten allmählich verfliegt. Zu den dominanten Rauchnoten gesellen sich intensive Zitrusfrüchte. Reife Limetten, grüne Äpfel, Minze, Grapefruit und eine spürbare vanillige Süße setzen angenehme Kontraste. Im Hintergrund verweilen maritime Noten (in Richtung Algen und Seetang) und ein Hauch von Eichenwürze.

Geschmack:

Gewaltiger Antritt, gepaart mit einer leichten Pfeffrigkeit/Ingwer-Schärfe, die sich auf der Zungenspitze niederlässt. Der kräftige Rauch ist sofort präsent und übernimmt die geschmackliche Oberhand. Das Mundgefühl ist angenehm ölig und speichelflussanregend. Frische Früchte kristallisieren sich heraus: Grüne Äpfel, Limetten und subtile Pfirsichnoten nehme ich wahr. Vanille, Minze und maritime Noten folgen. Feine Eichenholznoten runden die aromatische Vielfalt ab, welche eine leichte Trockenheit hinterlassen.

Abgang:

Lang. Auch hier bildet der Rauch sofort das geschmackliche Fundament, welches an ein Lagerfeuer am Strand erinnert. Die fruchtigen Noten sowie Vanille zeigen kurzfristig Präsenz, verblassen insgesamt jedoch sehr schnell. Die Eichenwürze nimmt zu und sorgt für eine spürbare, aber angenehme, Trockenheit.

Fazit:

Hui, ein gewaltiges Brett – welches mir sehr gut gefällt (auch bei 30°C im Sommer)! Die mittlerweile 16. Edition des 12-jährigen Lagavulin in Fassstärke wurde im Jahr 2016 mit einem Alkoholgehalt von 57,7% abgefüllt. Die schöne Komplexität hätte ich dem Tropfen im Vorfeld ehrlicherweise nicht zugetraut, daher bin ich positiv überrascht. Von den vergangenen Editionen (2014, 2015, 2016) hat mir die hier rezensierte (im direkten Vergleich) am besten gefallen. Die intensiven Rauchnoten, gepaart mit den sauren Früchten, der vanilligen Süße und den maritimen Noten haben mich überzeugt – auch zu dem Preis, der nicht unbedingt günstig ist. Die Preise bewegen sich aktuell ca. bei 95€ bis 105€.

91/100

dav

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