#35 Longrow 18 Jahre (2017)

dav

Farbe:

bernsteingelb

Aroma:

Die erste Nase beginnt sehr vielversprechend: Süß, fruchtig, rauchig und maritim. Helle Früchte, wie Äpfel, Birnen und Orangen, übernehmen schnell die aromatische Oberhand. Auch exotische Früchte, wie Maracuja und Ananas, nehme ich nach einigen Minuten wahr. Im Hintergrund befinden sich angenehme Noten von Vanille/Karamell, roten Früchten (Himbeeren, Erdbeeren) und zarte Eiche. Der sehr harmonisch eingebundene Rauch und die deutlichen maritimen Noten (Salz) sind stets präsent.

Geschmack:

Angenehmer Antritt, die seidige, sehr ölige Textur umhüllt den Gaumen und den Mundraum. Zu Beginn mit einem ganz leichten Prickeln an der Zungenspitze, süße (primär helle) Früchte, Salz und Rauch sind auch hier wieder meine ersten Eindrücke. Orangen, Grapefruit, Maracuja, rote Früchte und Karamell fluten den Gaumen, dicht gefolgt von einer spürbaren Salzigkeit, Schokolade, Nüssen, leichter Eichenwürze und eher dezentem Rauch. Sehr komplex und wunderbar ausbalanciert.

Abgang:

Lang. Die hellen und roten Früchte verblassen allmählich, salzige Zartbitterschokolade, Rauch und würzige Eichenholznoten gewinnen spürbar an Dominanz. Geschmacklich kommen die Aromen der Refill-Sherryfässer im Abgang bisher am stärksten zur Entfaltung, auch wenn sie eher im Hintergrund verweilen. Ganz zum Schluss minimal trockener werdend.

Fazit:

Ein Whisky, der mir auf allen Ebenen sehr gut gefällt. Aroma, Geschmack und vor allem der Abgang überzeugen mich hinsichtlich Balance und Komplexität. Insgesamt 18 Jahre durfte der Longrow reifen, der zu 60% in Refill-Sherryfässern und zu 40% in Bourbonfässern gelagert wurde. Die 4500 Flaschen umfassende „2017er-Edition“ wurde mit einem Alkoholgehalt von 46% abgefüllt. Auf Färbung und Kühlfilterung wurde verzichtet. Die Preise beginnen in Deutschland ab ca. 120€ für eine 0,7l Flasche. Kein Schnäppchen, dafür erhält man jedoch einen handwerklich sehr schön gemachten Whisky. Klare Kauf- bzw. Probierempfehlung!

91/100

dav

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