#19 Bunnahabhain Single Cask Seasons – Winter 2016

edf

Farbe:

Gelbgold

Aroma:

Sehr intensiv in der Nase, auch nach vielen Minuten noch leicht alkoholisch/stechend. Eine dominate Rauchigkeit wird von feinen Fruchtnoten umhüllt. Vor allem Zitronen, Orangen, ein paar grüne Äpfel und ein Hauch von Vanille kristallisieren sich heraus. Nach ca. 15 Minuten verrieche ich eine subtile maritime Kalkigkeit und würzige Aromen, die in Richtung Eichenwürze tendieren. Aufgrund der spürbaren Alkoholnote überzeugt mich die Nase nicht ganz, da ein harmonisches Wechselspiel der Aromen nicht wirklich entstehen will.

Geschmack:

Hui, ich verspüre einen nahezu brachialen Antritt im Mundraum. Scharf, wild, speckiger Rauch mit einer Pfeffrigkeit, die schon fast dem talisker-typischen „Chili Catch“ ähnelt und sich einige Sekunden, eher auf unangenehme Weise, hält. Die bereits in der Nase wahrnehmbaren süßen Fruchtnoten benötigen Zeit, bis sie sich durch den heftigen geschmacklichen Auftakt gekämpft haben. Zitronenschalen, ein paar bittere Mandeln und würzige Eichenholznoten kann ich identifizieren, allerdings wirkt mein Gaumen recht betäubt. Auch etwas Wasser kann dem Whisky nicht wirklich helfen, stattdessen wird er geschmacklich noch weniger komplex, als er mir ohnehin bereits erscheint. Auch die „typischen Sherrynoten“ des Refill-Fasses, wie dunkle Beeren oder dergleichen, kann ich leider nicht wahrnehmen.

Abgang:

Mittellang, geprägt von starken Rauchnoten und Pfeffer. Erstaunlich bitter trotz des jungen Alters und sehr würzig. Wie bereits in der Nase leicht kalkig.

Fazit:

Für die aktuelle Auflage der „Single Cask Seasons-Reihe“ wurde ein acht Jahre alter Bunnahabhain aus einem Refill Sherry Butt abgefüllt. Insgesamt 624 Flaschen mit einem Alkoholgehalt von 55,9% kamen auf den Markt. Der Whisky wurde weder gefärbt noch kühlgefiltert. Mein Kaufpreis lag bei ca. 65€, den ich aufgrund meines geschmacklichen Eindrucks leider als etwas zu hoch empfinde. Bereits in der Nase lässt sich erahnen, welche Kraft der Whisky am Gaumen entfalten kann/wird. Insgesamt ist mir der Tropfen zu ungestüm und zu scharf, möglicherweise auch, aufgrund der eher kurzen Lagerzeit von acht Jahren, einfach zu jung. Durch die Reifung in einem Refill Sherryfass habe ich auf fruchtigere Noten gehofft, gerade in Richtung dunkle Beeren und Co. Schade!

81/100

edf

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